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Historischer Hintergrund

Aus Saarland-Lexikon

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"Sie sprechen aber gut deutsch!" (typisches Kompliment für einen Saarländer)

Irgendwie hält man uns noch für Saarfranzosen, deren erste Fremdsprache eine germanische ist. Wahrscheinlich kommt das aus den beiden Abstimmungszeiten 1933-35 und 1955. Da trommelte man wohl allzu laut "Deutsch ist die Saar" und warnte vor den "welschen Gefahren". Die logische Konsequenz: Man überschätzte überall in Deutschland den französischen Kultureinfluss im "Saargebiet" und somit auch die Verbreitung der französischen Sprache. Dennoch: Es gibt einen französischen Spracheinfluss im Saarland. Die Wurzeln gehen zurück bis in die Römerzeit.

Römer und Germanen

"Cäsar eroberte Gallien". Ein Satz, dessen Wahrheitsgehalt bereits Bert Brecht anzweifelte. Er stellte die Frage: "Hatte er nicht wenigstens einen Koch dabei?" - Da hatte er Recht, der gute Bertold: Cäsar kam nicht allein. Er kam zwischen 58 und 50 vor unserer Zeitrechnung mit seinen römischen Truppen, und den Menschen, auch jenen links des Rheins, brachten sie viele wirtschaftliche und kulturelle Fortschrittte. Jede römischen Ausgrabung liefert zahlreiche Beispiele, etwa Schwarzenacker.

Das Gebiet des heutigen Saarlandes wurde dadurch mit Latein konfrontiert, einer heute nicht mehr lebendigen Sprache, von der sich u.a. das Französische ableitet. Die Grenze zu den Germanen war der Rhein und ab 120 nach unserer Zeitrechnung der Limes, eine hölzerne Befestigung, die mit 548 Kimometern weitaus länger war als die Berliner Mauer. Insgesamt 900 Wachtürme gab es und 120 Truppenlager direkt hinter dem antigermanischen Schutzwall. Man weiß ja nie.

Kurz nach 400 fiel der Limes. Germanen kamen über den Rhein und besiegten eine römisch-germanische Mischbevölkerung, wobei die führenden römischen Beamten sich bereits vorher aus dem Staub gemacht hatte.

Wir müssen also davon ausgehen, dass die Bewohner des Gebietes des heutigen Saarlandes etwa 450 Jahre permanent mit der Ursprache des Französischen konfrontiert wurden.

Lotharingien, ein Erbe Karls des Großen

Im Jahr 855, nach dem Tod von Lothar I, wurde das Frankenreich aufgeteilt. Einer seiner Söhne, Lothar I, erhielt als Territorium das nach ihm benannte "Zwischenreich". Es lag zwischen den späteren Ländern Frankreich im Südwesten und Deutschland im Nordosten und reichte von Friesland bis in die Vogesen und beinhaltete die heutigen Länder bzw. Regionen Holland, Belgien (mit Ausnahme einiger Gebiete), Luxemburg, Lothringen, das Saarland und die Vogesen (allerdings ohne das Elsaß).

Hier mußte sich der kulturelle Vorläufer des heutigen Saarlandes sprachlich zu Hause fühlen. Doch nach 70 Jahren "zwischen den Stühlen - aber auf einem Sessel" (Arnfried Astel) hieß es "Heim ins Reich". Lotharingien kam zu den Germanen, was man eintausend Jahre später heftig im Saarland feierte und damit den deutschen Patriotismus ebenso förderte wie die unkritische Haltung gegenüber Hitler-Deutschland.

In der Neuzeit

Siehe dazu:

- Die frühe Neuzeit

- Die Französische Revolution

- Die Völkerbundsherrschaft

- Der Saarstaat

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